Dr.med.dent. Thomas Thalhammer
Zahnarzt

 


Sonnehang 4
85276 Niederscheyern
Alemania - Deutschland


Phone: + + 49  8441  879844
E-mail: th.thalhammer@gmx.de


Er arbeitete in Guadalupe
zum 1. Mal: von 11. Februar - 17. März  2003
zum 2. Mal: vom 27. Jänner 2005 bis 6. März 2005

Wir danken sehr herzlich.


Erfahrungsbericht hier anschließend.

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Erfahrungsbericht von Theresa Riedl und Thomas Thalhammer - 2003

 

 

Gleich zu Beginn eine herzliche Einladung an alle, hierher nach Guadalupe an die Clínica Misional zu kommen! Für Studenten (wie uns) stellt der Aufenthalt hier die beste denkbare Möglichkeit dar, Erfahrungen in der Zahnmedizin – wenn auch auf eine andere Art und Weise – zu sammeln, aber auch für bereits tätige Ärzte ist der Umgang mit den Patienten und überhaupt das gesamte harmonische Umfeld und Zusammenleben eine Bereicherung inolvidable!
Wir waren für fünf Wochen im Februar/März 2003 hier im Urwald-Tal des Yacuambi-Flusses und waren täglich wieder von der traumhaften Landschaft begeistert.
Hier gibt es nicht die typischen europäischen Jahreszeiten, man spricht hier nicht von Sommer oder Winter – es war Regenzeit! Allerdings hat sich der Regen ziemlich gut daran gehalten, nur nachts zu fallen, sodass es tagsüber immer schön abwechslungsreich sonnig, heiss oder bewölkt war! Hin und wieder kann man am Abend schonmal etwas Langärmliges und in der Nacht die Decke gebrauchen! Ausserdem ist festes, bzw. wasserfestes Schuhwerk unverzichtbar! Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit braucht die mühsam handgewaschene Kleidung schon mal bis zu einer Woche bis sie trocken ist (Funktionswäsche sehr empfehlenswert!).
Dazu kommt ca. Ende Februar noch der nasse carnival, in dem man sich nie wirklich sicher fühlen darf! Wochenlang freut sich hier Jung und Alt, sich gegenseitig mit Wasser zu überschütten. Sie “spielen” hier Karneval (jugar carnival) und “nass” (mojado) machen ist immer das Tagesgespräch!
Mit den Hermanas und allen anderen Beschäftigten der Mission gab es aber nicht nur während des Carnivals was zu lachen, sie waren auch sonst immer fröhlich, hilfsbereit, sportlich (Basketball in kompletter Schwestern-Montur!) und überhaupt muy amable!
Mit Padre Jorge Nigsch konnten wir viele zum Teil sehr erheiternde Diskussionen führen und sein Organisationstalent und seine Kompetenz hat uns sehr oft weitergeholfen! Für Fragen und Probleme hat er immer ein offenes Ohr. (Ausser während seiner heiligen Siesta!)
Auch wegen des Essens muss sich niemand Sorgen machen, denn dreimal am Tag bekommt man von Zoila und Lilia wirklich lecker zubereitete Mahlzeiten. Klar im Vorteil ist, wer gerne Reis, Kartoffeln und Bananen isst!
Im neu erbauten, wirklich luxurösen Ärztehaus (“Residencia”) wird mittlerweile schon richtig gemütlich – inzwischen gibt es Spiegel, Schränke, eine Eckbank, eine Kuckucksuhr, eine ausgestattete Küche, eine Trinkwasserzapfstelle, einen Computer mit Internetanschluss und einige Spiele. Und nächste Woche kommt die Waschmaschine!
Guadalupe auf der anderen Seite der Brücke ist zwar nur ein kleines Nest, aber an jeder Ecke befindet sich ein “Laden” (tienda), wo man seine “Luxusartikel” (Bier, Schokolade, manchmal gibts auch abgepacktes Eis, einzelne Zigaretten, …) einkaufen kann. Wenn man nach einiger Zeit die Leute hier ein wenig besser kennenlernt, kommt es schon mal vor, dass man einen Tisch, ein paar Stühle und eine Flasche Bier hingestellt bekommt, oder man spontan zum Tanzen im Laden eingeladen wird. Obwohl sie hier kaum etwas besitzen, sind alle sehr gastfreundlich und grosszügig! Für solche Einkäufe und für Ausflüge mit dem Bus ist auch das einzige Taschengeld, das man braucht!
Am Dorfplatz (=Basketballfeld) kann man sich sportlich betätigen oder einfach nur Leute treffen, die sich, kaum dass man hinkommt, schon nach kurzer Zeit dort einfinden.

Nun zur Klinik und der zahnärztlichen Arbeit: Unsere Tätigkeit bestand aus Kunststofffüllungen im Frontzahngebiet, Amalgamfüllungen im Seitenzahngebiet, Wurzelkanalbehandlungen bis zu den 3ern, Extraktionen und kleineren Operationen. Die beiden Behandlungseinheiten sind nicht auf dem allerneuesten Stand und anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber durchaus funktionstüchtig! Von Vorteil ist, dass sie luftbetrieben sind und man somit auch bei Stromausfall (bei uns nur dreimal in fünf Wochen) weiterarbeiten kann – vorausgesetzt natürlich, man benötigt keine Absaugung und kein Licht! Wir empfehlen einen Tag zur Eingewöhnung und Inventur einzuplanen, um sich mit den vorhandenen Instrumenten und Räumlichkeiten erst einmal vertraut zu machen!
Lida und Maria, die angelernten “Zahnarzthelferinnen”, haben sich schon gut eingearbeitet und schaffen es wirklich schnell, sich auf immer wieder andere Behandler einzustellen! Sie kennen die Instrumente und Arbeitsabläufe, aber es ist auch klar, dass ihnen das nötige Hintergrundwissen fehlt. Es wäre sinnvoll, sie immer wieder auf wichtige Einzelheiten hinzuweisen (z.B. Hygiene, Verschluss der Composit-Spritzen, regelmässiges Ausleeren der Bohrerbades, bevor die “fresas” anfangen zu rosten, …).
Neben der konservierenden und chirurgischen Behandlung hatten wir das Glück mit einfachen prothetischen Arbeiten den Leuten hier wieder ein Lachen schenken zu können. Die sogenannten “Placas” (gingivalgetragene Klammerprothesen) werden hier dringend benötigt, denn es haben oft schon Jugendliche Frontzahnlücken. Um eine Totalprothese nach europäischen Massstäben herzustellen, fehlen hierzu leider noch einige nötige Materialien. Dennoch hat es sich hier in der Gegend und sogar über die Region hinaus schnell herumgesprochen, dass mit uns auch eine Zahntechnikerin (Laboratorista de Alemania = Susanne Schlemmer) hier ist. Trotz der Hilfe von zwei “Zahntechnikerlehrlingen” aus dem Dorf (Enrrique und Germania) schaffte sie es jedoch kaum der starken Nachfrage standzuhalten.
Damit war sie aber nicht allein, denn der Andrang an der Klinik wurde täglich mehr und wir waren oft gezwungen, mehr als die Hälfte der Patienten, die z.T. schon am Vortag oder im Morgengrauen anreisten, wieder heimzuschicken. Die immer freundliche und lächelnde Rita (unsere “Recepcionista”) hat dabei unverständlicherweise nie die Geduld mit den schon stundenlang in der Schlange auf ihre “ficha” (Eintrittskarte und Patientenblatt zugleich) wartenden Patienten verloren. Überhaupt ist es für die deutsche Stress- und Dränglergesellschaft unvorstellbar, über zehn Stunden auf eine Zahnbehandlung zu warten und während der Zahnreinigung auf dem Behandlungsstuhl einzuschlafen!
Für uns war es eine grossartige und bereichernde Erfahrung, als Teil der Klinik mitarbeiten und wirklich helfen zu können! Wir hatten jedoch nicht das Gefühl nur zu geben, sondern haben auch viel für uns selbst gewonnen!

Noch einige Tipps:

  • Im Vorfeld sollte sich jeder ein bisschen mit der Sprache auseinandersetzen. Man überlebt zwar auch ohne Spanisch oder mit “no entiendo”, aber man hat nie die Chance diese einzigartige Atmosphäre in der Missionsfamilie und im Dorf zu erleben!
     

  • Regenschutz ist vor allem in der Regenzeit unentbehrlich!
     

  • Fotos von Zuhause mitbringen – die Schwestern freuen sich!
     

  • Kerzen kann man für gemütliche Stunden auf dem Balkon oder für Stromausfall gebrauchen!
     

  • Trotz der Regenzeit hatten wir keine Probleme mit Mücken (Moskitonetz ist nicht notwendig, Autan schadet nicht)!
     

  • Wenn man gerne sieht, wo man abends hintritt, ist auch eine Taschenlampe zu empfehlen!
     

  • Mit Insekten wie Raupen, Schaben und Spinnen hat man sich abzufinden – ebenso mit Schimmel!
     

  • Guadalupe ist nur ein kleiner Ort und man sollte sich nicht zu viel an Freizeitaktivitäten erwarten, doch kann man an den Wochenenden einige verschiedene Ausflüge machen und auch zum Sport findet man im Dorf immer ein paar Freunde!
     

 


 

 

Erfahrungsbericht Thalhammer Thomas und Burkhardt Markus 2005

(27.01.2005 – 06.03.2005)

 

REISEVORBEREITUNG:

Ein Gespräch oder ein e-mail-Wechsel mit Pater Georg (und für die Zahnmediziner auch mit Dr. Eberhard Pierro) sollte alle klinischen Belange sowie die Wegbeschreibung klären. Weitere Informationen gibt es auch auf der Internetseite www.guadalupe-ec.
Die Dental-Stock-List gibt einen Überblick über die fehlenden Sachen und das Übergepäck für die Hilfsgüter könnt ihr bei Iberia zumindest für den Hinflug nach Quito beantragen (20 kg sind immer drin).
Studenten, die vor- oder nach ihrem Aufenthalt noch reisen wollen, sollten sich eine Internationale Studentenkarte mitnehmen (und den Ausweis für die eigene Universität auch), denn wer zu den Galapagos Inseln fliegt spart sich damit 50 $, bei Iberia sind es etaw 150 €. Es gibt aber auch andere Vergünstigungen. Der internationale Ausweis gilt nach Ausstellung noch ein Jahr, das heisst somit auch das frisch exmatrikulierte Zahnärzte sich vorher noch einen ausstellen lassen können.
Eine kleine Reiseapotheke mit viel Immodium ist empfehlenswert und verkürzt den Durchfall auf nur eine Woche, Paracetamol hilft dann um das ganze überhaupt auszuhalten.
Malaria gibt es hier nicht, Insekten viele.(Ein Mittel, das DEET enthält, ist besser als Autan.)
Ausrüstung (je nach Reiseplanung) am besten für alle Wetterlagen (Bergschuhe usw.), Gummistiefel sind hier vorhanden.
Kleine Geschenke zum Schmieren, als Gastgeschenke und Mitbringsel sind hier immer gern gesehen. Ausserdem haben wir für Kinder im Behandlungszimmer eine Schublade mit kleinen Geschenken, die sie sich aussuchen dürfen, wenn sie brav und tapfer waren).

ANKUNFT :
Da Thomas schon als Student vor 2 Jahren hier in der Clinica war und er mir doch schon einiges von Land und Leuten erzählt hatte, war es doch immer noch für uns beide eine Überraschung: Für mich war praktisch alles neu und für Thomas immerhin das, was sich hier im Lauf von 2 Jahren alles verändert hatte.
Vielleicht sollten die Leute, die per Flug ankommen wissen, dass der Flughafen von Loja in Catamayo und damit immer noch eine knappe Stunde von der Stadt entfernt liegt und es sich anbietet, ein Taxi mit anderen Fluggästen nach Loja-Stadt zu teilen. Der Kofferraum eines Taxis reicht auch für mehr Gepäck, wenn man (wie unser Taxifahrer) 10min das Gepäck mit kräftigen Schlägen mit dem Kofferraumdeckel kompremiert.
Wenn man Glück hat und zufällig jemand von der Clinica in Loja ist (vorher mit Georg absprechen), spart man sich dann auch noch eine (meist erlebnisreiche) Busfahrt bis nach Guadalupe. Schon in den ersten 2 Tage lernt man hier eines der wichtigsten Dinge im Land:
Warten mit Würde, auch wenn man meinen sollte, dass vor allem in Zamora die Uhr einen unübersehbaren Stellenwert hat.
Wenn es jemand in der Karnevalszeit schafft anzukommen, sollte man sich schon mal auf das Schlimmste gefasst machen und immer ein paar trockene Sachen in Plastiktüten dabei haben, denn dann ist hier praktisch Regen- und Wasserzeit in jeder Hinsicht.
Da mir Thomas bewusst nichts über die Leute hier an der Klinik erzählt hatte, möchte ich hier nur kurz anmerken, dass Pater Georg die Österreiche Staatsbürgerschaft besitzt (d.h. ihr könnt in deutsch schreiben) und praktisch keiner meiner Vorstellungen eines Paters entsprach. Ansonsten solltet ihr euch von den Leuten einfach einen eigenen Eindruck machen und wir möchten nur sagen das man von allen sehr herzlich aufgenommen wird und möchten uns damit hier noch einmal bedanken. Die Schwestern waren allerdings für uns beide neu, da ein Personalwechsel vor 2 Jahrenstattgefunden hat.

UNTERKUNFT:
Die Ärzte und Helfer sind in einem eigenem Gebäude (Residencia) untergebracht (s.a. andere Erfahrungsberichte), deshalb nur einige für uns neue/wichtige Sachen:

-Zimmer und Dusche sind selbst zu reinigen
-eine Waschmaschine ist vorhanden (wäscht nur kalt, aber dafür nicht wirklich sauber)
-Frühstück wird selber gemacht (Küche ist voll ausgestattet)
Wobei dabei insgesamt erwähnt werden sollte, dass bis auf Bier alles gestellt wird. Und Leute die nur an der Klinik sind und keine Reise planen keine Handtücher usw. brauchen.
-es gibt ein gut ausgestattetes Bücherregal mit englischen und deutschen Büchern
-DVD Player mit Fernseher (spielt SVCD, DVD, MP3 usw.) sowie einigen DVDs
-Computer mit Internet, was auf Grund der schwierigen Telefonverbindung nicht immer funktioniert und sehr langsam ist: Deshalb unbedingt eure mails an die Klinik-Adresse schicken lassen (ohne Bildanhänge usw.), denn jeder hier bekommt einen eigenen Outlook-Express-Ordner, damit werden dann gleichzeitig alle mails vom Server geholt.
- für alle Trockenrasierer: Lasst euch einen Bart wachsen, rasiert euch nass, nehmt einen Rasier, der auf 110 V funktioniert mit oder geht ins Labor oder in die Klinik (da gibts ein paar 220V Dosen)

KLINIK/ARBEIT:
Im Vergleich vor 2 Jahren kann man erfreulicherweise feststellen, dass es immerhin einen kleinen Patientenstamm gibt, der bereit ist wieder zu kommen (aus den Befundblättern/ Fichas zu entnehmen), wobei man dabei betonen muss, dass das leider die Ausnahme ist und man sich nur auf wenige Patienten (hauptsächlich auf die Saraguros) verlassen kann.
Besonders bei der Vergabe von Antibiotika/Schmerzmittel, Wundkontrollen ist das zu beachten. Das heisst also, dass man immer davon ausgehen muss, dass der Patient nicht wieder kommt oder erst dann, wenn es zu spät ist.
Für Studenten und frischgebackene Zahnmediziner ist dieser Ort optimal geeignet um das Zähneziehen zu lernen oder auch einmal „aufzuklappen“. Deswegen ist es im Falle von Komplikationen (z.B. MAV) immer gut einen (erfahrenen) Zahnarzt an seiner Seite zu haben, der so etwas schon öfter gemacht hat.
Das Gleiche gilt auch für die Spanisch-Kenntnisse. Obwohl der Wortschatz am Zahnarztstuhl (und in der Bevölkerung) begrenzt ist und man mit Grundkenntnissen (zB. A1 Kurs an der Universität) sich nach einer Woche gut durchschlagen kann, ist es doch von Vorteil, jemanden an der Seite zu haben der Spanisch spricht, um Amanda (spricht englisch/spanisch) nicht überzustrapazieren.
Komplettsanierungen sind nur selten möglich, denn gerade wenn andere Ärzte vor Ort sind, ist die Klinik oft so voll, dass nur die Hauptprobleme beseitigt werden können und Patienten wiederkommen müssen. Rein ästhetische Wünsche (Frontzähne) stehen dabei immer ganz hinten an und werden erst dann berücksichtigt, wenn die Seitenzähne saniert sind und der Patient demnach auch bereit ist wiederzukommen.
Da wir eigentlich in Sachen Pünktlichkeit zum Essen ein schlechtes Beispiel waren, möchten wir an alle nach uns weitergeben, dass die Essenszeiten hier heilig sind und auch aus diesem Grund man die Patientenzahl begrenzen sollte (s.u.). Eigentlich sehr interressant, wenn man bedenkt das laut Georg die kleinste Zeiteinheit hier Vormittag (mañana) bzw. Nachmittag (tarde) ist; aber das Essen ist hier tatsächlich punkt 12 am Tisch, was uns zu der Schlussfolgerung bewegte, dass man den Leuten hier dann doch ein Zeitgefühl antrainieren kann, wenn es ihren Wertvorstellungen entspricht. Eine ecuadorianische Zeit- oder Entfernungsangabe kann man hier übrigens immer mal 2 nehmen - beim Preis auf den Märkten ist es genau umgekehrt.
Auf die Richtlinien, Räume und Laborbeschreibung gibts im Internet auf der Homepage einen Einblick. Neu dazugekommen ist ein Informationsblatt von Eberhard, welches ab jetzt von jedem unterschrieben werden muss, um die unten genannten Ordnungsprobleme zu vermeiden. Ausserdem werden die Winkelstücke (am Abend vor der Sterilisierung ölen!) nur noch gegen ein Kärtchen mit Unterschrift am Anfang der Famulatur von Amanda ausgeteilt, um damit zu gewährleisten, dass sich keine defekten Turbinen in den Schubladen tummeln.
Den ersten Eindruck, den wohl jeder hier am Anfang mal bekommt, ist ein kleines Chaos, bei welchen man zum Schluss feststellt, das es immerhin ein geordnetes Chaos ist und die Probleme meist nur in kleinen Dingen liegen, die aber grosse Auswirkungen auf den Behandlungserfolg haben können. So mussten wir feststellen das vor allem Sachen mit denen die Helferinnen verständlicherweise nur wenig anfangen können (die verschiedenen Wurzelkanalinstrumente, Ost-Trays, Bondingsysteme usw.) ungeordnet oder falsch bzw. nicht steril gelagert waren. Lida und Maria sind jetzt (wahrscheinlich schon zum 100. mal) erneut eingewiesen worden und wissen, auf was es ankommt. Somit ist es wichtig ein System/einen Standard (Richtlinien nach Eberhard, betrifft Materialstandard, Hygiene, Arbeitsablauf und Ordnung in den Schubladen) beizubehalten, um die Kette nicht zu unterbrechen. Hierzu gehört dann auch eine festgelegte Zahl von Patienten um die Hygiene und Sterilisation nach der Behandlung zu gewährleisten, denn jede Helferin hat auch Familie oder muss am Abend noch ins College (und wenns dann knapp wird, gehts auf Kosten der Instrumentenpflege/Hygiene). Auch wenn viele Studenten/Zahnärzte da sind sollte die Ordnung und Hygiene von Lida/Maria geschaffen werden, weil man so etwas schnell wieder verlernen kann oder Konzentrationen vergisst (z.B. Entwickler und Fixierer).
Die Beschriftung der Schubladen ist noch von vor 2 Jahren gewesen, längst veraltet und jetzt erneuert worden – in Deutsch und Spanisch – und soll unbedingt so beibehalten werden, um für unsere Assistentinnen und für uns ein leichtes und ärgernisfreies Leben zu gewährleisten. Es wäre schön, wenn in Zukunft austauschbare beschriftete Plaketten an die Schübe angebracht werden würden.
Auch Eberhard, mit welchem wir hier 3 Wochen verbringen durften, war etwas überrascht, nachdem er ja jedes Jahr aufs neue versucht Ordnung zu schaffen. Da Eberhard, der ja dieses Projekt mitaufgebaut hat, jedes Jahr hier ist, und den Verlauf der Klinik und das Personal am besten kennt, sollten auch seine Vorstellungen in der „Zahnabteilung“ beibehalten werden.
Dazu gehört auch das mittlerweile versucht wird, nur noch mit bestimmten Materialien bzw Standards zu arbeiten (zB Excite) und nicht alle möglichen Spenden anzuschleppen, um die Helferinnen nicht zu überfordern oder nicht als Müllhalde der Dentalfirmen zu dienen.
Es wäre schön, wenn man sich es weiterhin hier leisten kann nur noch mit bestimmten Sachen (auch wenn schon mal ein bisschen abgelaufen) zu arbeiten um ein geordnetes Lager zu haben. Damit fällt es dann auch leichter eine Dental-Stock-List zu machen um den Nachfolgern zu sagen was sie mitbringen sollten bzw. was fehlt (kleine Kindergeschenke, Handschuhe, Speichelzieher und Mundschutz kann man wohl immer mitnehmen).
Ein weiteres kleines Problem sind die Placas, von welchen wir in Absprache die Preise erhöht haben, da sie von uns mühseelig im Labor hergestellt und dann, obwohl schon bezahlt, aus unerfindlichen Gründen nicht abgeholt wurden. Hier vielleicht noch ein Tip: Zettel mit Abholdatum und Klinikstempel mitgeben, da die Leute hier sehr vergesslich sind.
Ein weiteres Problem ist die Early Childhood Caries. Bei den Kinderbehandlungen steht man oft vor dem Problem entweder zu ziehen, offenzulassen, oder eine Pulpotomie durchzuführen und das kann altersabhängig ein echtes Problem werden wenn man die KFO-Probleme mancher Jugendlicher sieht. Deshalb sollte eine einheitliche Richtlinie der Kinderbehandlung inclusive Materialstandard etabliert werden!
Das hat sich jetzt vielleicht etwas ernster angehört als es in Wirklichkeit ist: Lida und Maria sind super Helferinnen und müssen sich schliesslich immer wieder an neue Ärzte und Vorlieben gewöhnen. Die Behandlung hier hat uns allen sehr viel Spass gemacht und die Patienten sind, wenn sie schon mal da sind, sehr geduldig.
 

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