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Erfahrungsbericht von Theresa Riedl und Thomas Thalhammer -
2003

Gleich zu Beginn eine herzliche Einladung an alle, hierher nach
Guadalupe an die Clínica Misional zu kommen! Für Studenten (wie uns)
stellt der Aufenthalt hier die beste denkbare Möglichkeit dar,
Erfahrungen in der Zahnmedizin – wenn auch auf eine andere Art und Weise
– zu sammeln, aber auch für bereits tätige Ärzte ist der Umgang mit den
Patienten und überhaupt das gesamte harmonische Umfeld und Zusammenleben
eine Bereicherung inolvidable!
Wir waren für fünf Wochen im Februar/März 2003 hier im Urwald-Tal des
Yacuambi-Flusses und waren täglich wieder von der traumhaften Landschaft
begeistert.
Hier gibt es nicht die typischen europäischen Jahreszeiten, man spricht
hier nicht von Sommer oder Winter – es war Regenzeit! Allerdings hat
sich der Regen ziemlich gut daran gehalten, nur nachts zu fallen, sodass
es tagsüber immer schön abwechslungsreich sonnig, heiss oder bewölkt
war! Hin und wieder kann man am Abend schonmal etwas Langärmliges und in
der Nacht die Decke gebrauchen! Ausserdem ist festes, bzw. wasserfestes
Schuhwerk unverzichtbar! Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit braucht die
mühsam handgewaschene Kleidung schon mal bis zu einer Woche bis sie
trocken ist (Funktionswäsche sehr empfehlenswert!).
Dazu kommt ca. Ende Februar noch der nasse carnival, in dem man sich nie
wirklich sicher fühlen darf! Wochenlang freut sich hier Jung und Alt,
sich gegenseitig mit Wasser zu überschütten. Sie “spielen” hier Karneval
(jugar carnival) und “nass” (mojado) machen ist immer das Tagesgespräch!
Mit den Hermanas und allen anderen Beschäftigten der Mission gab es aber
nicht nur während des Carnivals was zu lachen, sie waren auch sonst
immer fröhlich, hilfsbereit, sportlich (Basketball in kompletter
Schwestern-Montur!) und überhaupt muy amable!
Mit Padre Jorge Nigsch konnten wir viele zum
Teil sehr erheiternde Diskussionen führen und sein Organisationstalent
und seine Kompetenz hat uns sehr oft weitergeholfen! Für Fragen und
Probleme hat er immer ein offenes Ohr. (Ausser während seiner heiligen
Siesta!)
Auch wegen des Essens muss sich niemand Sorgen machen, denn dreimal am
Tag bekommt man von Zoila und Lilia wirklich lecker zubereitete
Mahlzeiten. Klar im Vorteil ist, wer gerne Reis, Kartoffeln und Bananen
isst!
Im neu erbauten, wirklich luxurösen Ärztehaus (“Residencia”) wird
mittlerweile schon richtig gemütlich – inzwischen gibt es Spiegel,
Schränke, eine Eckbank, eine Kuckucksuhr, eine ausgestattete Küche, eine
Trinkwasserzapfstelle, einen Computer mit Internetanschluss und einige
Spiele. Und nächste Woche kommt die Waschmaschine!
Guadalupe auf der anderen Seite der Brücke ist zwar nur ein kleines
Nest, aber an jeder Ecke befindet sich ein “Laden” (tienda), wo man
seine “Luxusartikel” (Bier, Schokolade, manchmal gibts auch abgepacktes
Eis, einzelne Zigaretten, …) einkaufen kann. Wenn man nach einiger Zeit
die Leute hier ein wenig besser kennenlernt, kommt es schon mal vor,
dass man einen Tisch, ein paar Stühle und eine Flasche Bier hingestellt
bekommt, oder man spontan zum Tanzen im Laden eingeladen wird. Obwohl
sie hier kaum etwas besitzen, sind alle sehr gastfreundlich und
grosszügig! Für solche Einkäufe und für Ausflüge mit dem Bus ist auch
das einzige Taschengeld, das man braucht!
Am Dorfplatz (=Basketballfeld) kann man sich sportlich betätigen oder
einfach nur Leute treffen, die sich, kaum dass man hinkommt, schon nach
kurzer Zeit dort einfinden.
Nun zur Klinik und der zahnärztlichen Arbeit: Unsere Tätigkeit bestand
aus Kunststofffüllungen im Frontzahngebiet, Amalgamfüllungen im
Seitenzahngebiet, Wurzelkanalbehandlungen bis zu den 3ern, Extraktionen
und kleineren Operationen. Die beiden Behandlungseinheiten sind nicht
auf dem allerneuesten Stand und anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber
durchaus funktionstüchtig! Von Vorteil ist, dass sie luftbetrieben sind
und man somit auch bei Stromausfall (bei uns nur dreimal in fünf Wochen)
weiterarbeiten kann – vorausgesetzt natürlich, man benötigt keine
Absaugung und kein Licht! Wir empfehlen einen Tag zur Eingewöhnung und
Inventur einzuplanen, um sich mit den vorhandenen Instrumenten und
Räumlichkeiten erst einmal vertraut zu machen!
Lida und Maria, die angelernten “Zahnarzthelferinnen”, haben sich schon
gut eingearbeitet und schaffen es wirklich schnell, sich auf immer
wieder andere Behandler einzustellen! Sie kennen die Instrumente und
Arbeitsabläufe, aber es ist auch klar, dass ihnen das nötige
Hintergrundwissen fehlt. Es wäre sinnvoll, sie immer wieder auf wichtige
Einzelheiten hinzuweisen (z.B. Hygiene, Verschluss der
Composit-Spritzen, regelmässiges Ausleeren der Bohrerbades, bevor die
“fresas” anfangen zu rosten, …).
Neben der konservierenden und chirurgischen Behandlung hatten wir das
Glück mit einfachen prothetischen Arbeiten den Leuten hier wieder ein
Lachen schenken zu können. Die sogenannten “Placas” (gingivalgetragene
Klammerprothesen) werden hier dringend benötigt, denn es haben oft schon
Jugendliche Frontzahnlücken. Um eine Totalprothese nach europäischen
Massstäben herzustellen, fehlen hierzu leider noch einige nötige
Materialien. Dennoch hat es sich hier in der Gegend und sogar über die
Region hinaus schnell herumgesprochen, dass mit uns auch eine
Zahntechnikerin (Laboratorista de Alemania = Susanne Schlemmer) hier
ist. Trotz der Hilfe von zwei “Zahntechnikerlehrlingen” aus dem Dorf
(Enrrique und Germania) schaffte sie es jedoch kaum der starken
Nachfrage standzuhalten.
Damit war sie aber nicht allein, denn der Andrang an der Klinik wurde
täglich mehr und wir waren oft gezwungen, mehr als die Hälfte der
Patienten, die z.T. schon am Vortag oder im Morgengrauen anreisten,
wieder heimzuschicken. Die immer freundliche und lächelnde Rita (unsere
“Recepcionista”) hat dabei unverständlicherweise nie die Geduld mit den
schon stundenlang in der Schlange auf ihre “ficha” (Eintrittskarte und
Patientenblatt zugleich) wartenden Patienten verloren. Überhaupt ist es
für die deutsche Stress- und Dränglergesellschaft unvorstellbar, über
zehn Stunden auf eine Zahnbehandlung zu warten und während der
Zahnreinigung auf dem Behandlungsstuhl einzuschlafen!
Für uns war es eine grossartige und bereichernde Erfahrung, als Teil der
Klinik mitarbeiten und wirklich helfen zu können! Wir hatten jedoch
nicht das Gefühl nur zu geben, sondern haben auch viel für uns selbst
gewonnen!
Noch einige Tipps:
-
Im Vorfeld sollte sich jeder ein bisschen mit der Sprache
auseinandersetzen. Man überlebt zwar auch ohne Spanisch oder mit “no
entiendo”, aber man hat nie die Chance diese einzigartige Atmosphäre in
der Missionsfamilie und im Dorf zu erleben!
-
Regenschutz ist vor allem in der Regenzeit unentbehrlich!
-
Fotos von Zuhause mitbringen – die Schwestern freuen sich!
-
Kerzen kann man für gemütliche Stunden auf dem Balkon oder für
Stromausfall gebrauchen!
-
Trotz der Regenzeit hatten wir keine Probleme mit Mücken (Moskitonetz
ist nicht notwendig, Autan schadet nicht)!
-
Wenn man gerne sieht, wo man abends hintritt, ist auch eine Taschenlampe
zu empfehlen!
-
Mit Insekten wie Raupen, Schaben und Spinnen hat man sich abzufinden –
ebenso mit Schimmel!
-
Guadalupe ist nur ein kleiner Ort und man sollte sich nicht zu viel an
Freizeitaktivitäten erwarten, doch kann man an den Wochenenden einige
verschiedene Ausflüge machen und auch zum Sport findet man im Dorf immer
ein paar Freunde!
Erfahrungsbericht Thalhammer Thomas und
Burkhardt Markus 2005
(27.01.2005 – 06.03.2005)
REISEVORBEREITUNG:
Ein Gespräch oder ein e-mail-Wechsel mit
Pater Georg (und für die Zahnmediziner auch mit Dr. Eberhard Pierro)
sollte alle klinischen Belange sowie die Wegbeschreibung klären. Weitere
Informationen gibt es auch auf der Internetseite www.guadalupe-ec.
Die Dental-Stock-List gibt einen Überblick über die fehlenden Sachen und
das Übergepäck für die Hilfsgüter könnt ihr bei Iberia zumindest für den
Hinflug nach Quito beantragen (20 kg sind immer drin).
Studenten, die vor- oder nach ihrem Aufenthalt noch reisen wollen,
sollten sich eine Internationale Studentenkarte mitnehmen (und den
Ausweis für die eigene Universität auch), denn wer zu den Galapagos
Inseln fliegt spart sich damit 50 $, bei Iberia sind es etaw 150 €. Es
gibt aber auch andere Vergünstigungen. Der internationale Ausweis gilt
nach Ausstellung noch ein Jahr, das heisst somit auch das frisch
exmatrikulierte Zahnärzte sich vorher noch einen ausstellen lassen
können.
Eine kleine Reiseapotheke mit viel Immodium ist empfehlenswert und
verkürzt den Durchfall auf nur eine Woche, Paracetamol hilft dann um das
ganze überhaupt auszuhalten.
Malaria gibt es hier nicht, Insekten viele.(Ein Mittel, das DEET
enthält, ist besser als Autan.)
Ausrüstung (je nach Reiseplanung) am besten für alle Wetterlagen
(Bergschuhe usw.), Gummistiefel sind hier vorhanden.
Kleine Geschenke zum Schmieren, als Gastgeschenke und Mitbringsel sind
hier immer gern gesehen. Ausserdem haben wir für Kinder im
Behandlungszimmer eine Schublade mit kleinen Geschenken, die sie sich
aussuchen dürfen, wenn sie brav und tapfer waren).
ANKUNFT :
Da Thomas schon als Student vor 2 Jahren hier in der Clinica war und
er mir doch schon einiges von Land und Leuten erzählt hatte, war es doch
immer noch für uns beide eine Überraschung: Für mich war praktisch alles
neu und für Thomas immerhin das, was sich hier im Lauf von 2 Jahren
alles verändert hatte.
Vielleicht sollten die Leute, die per Flug ankommen wissen, dass der
Flughafen von Loja in Catamayo und damit immer noch eine knappe Stunde
von der Stadt entfernt liegt und es sich anbietet, ein Taxi mit anderen
Fluggästen nach Loja-Stadt zu teilen. Der Kofferraum eines Taxis reicht
auch für mehr Gepäck, wenn man (wie unser Taxifahrer) 10min das Gepäck
mit kräftigen Schlägen mit dem Kofferraumdeckel kompremiert.
Wenn man Glück hat und zufällig jemand von der Clinica in Loja ist
(vorher mit Georg absprechen), spart man sich dann auch noch eine (meist
erlebnisreiche) Busfahrt bis nach Guadalupe. Schon in den ersten 2 Tage
lernt man hier eines der wichtigsten Dinge im Land:
Warten mit Würde, auch wenn man meinen sollte, dass vor allem in Zamora
die Uhr einen unübersehbaren Stellenwert hat.
Wenn es jemand in der Karnevalszeit schafft anzukommen, sollte man sich
schon mal auf das Schlimmste gefasst machen und immer ein paar trockene
Sachen in Plastiktüten dabei haben, denn dann ist hier praktisch Regen-
und Wasserzeit in jeder Hinsicht.
Da mir Thomas bewusst nichts über die Leute hier an der Klinik erzählt
hatte, möchte ich hier nur kurz anmerken, dass Pater Georg die
Österreiche Staatsbürgerschaft besitzt (d.h. ihr könnt in deutsch
schreiben) und praktisch keiner meiner Vorstellungen eines Paters
entsprach. Ansonsten solltet ihr euch von den Leuten einfach einen
eigenen Eindruck machen und wir möchten nur sagen das man von allen sehr
herzlich aufgenommen wird und möchten uns damit hier noch einmal
bedanken. Die Schwestern waren allerdings für uns beide neu, da ein
Personalwechsel vor 2 Jahrenstattgefunden hat.
UNTERKUNFT:
Die Ärzte und Helfer sind in einem eigenem Gebäude (Residencia)
untergebracht (s.a. andere Erfahrungsberichte), deshalb nur einige für
uns neue/wichtige Sachen:
-Zimmer und Dusche sind selbst zu reinigen
-eine Waschmaschine ist vorhanden (wäscht nur kalt, aber dafür nicht
wirklich sauber)
-Frühstück wird selber gemacht (Küche ist voll ausgestattet)
Wobei dabei insgesamt erwähnt werden sollte, dass bis auf Bier alles
gestellt wird. Und Leute die nur an der Klinik sind und keine Reise
planen keine Handtücher usw. brauchen.
-es gibt ein gut ausgestattetes Bücherregal mit englischen und deutschen
Büchern
-DVD Player mit Fernseher (spielt SVCD, DVD, MP3 usw.) sowie einigen
DVDs
-Computer mit Internet, was auf Grund der schwierigen Telefonverbindung
nicht immer funktioniert und sehr langsam ist: Deshalb unbedingt eure
mails an die Klinik-Adresse schicken lassen (ohne Bildanhänge usw.),
denn jeder hier bekommt einen eigenen Outlook-Express-Ordner, damit
werden dann gleichzeitig alle mails vom Server geholt.
- für alle Trockenrasierer: Lasst euch einen Bart wachsen, rasiert euch
nass, nehmt einen Rasier, der auf 110 V funktioniert mit oder geht ins
Labor oder in die Klinik (da gibts ein paar 220V Dosen)
KLINIK/ARBEIT:
Im Vergleich vor 2 Jahren kann man erfreulicherweise feststellen,
dass es immerhin einen kleinen Patientenstamm gibt, der bereit ist
wieder zu kommen (aus den Befundblättern/ Fichas zu entnehmen), wobei
man dabei betonen muss, dass das leider die Ausnahme ist und man sich
nur auf wenige Patienten (hauptsächlich auf die Saraguros) verlassen
kann.
Besonders bei der Vergabe von Antibiotika/Schmerzmittel, Wundkontrollen
ist das zu beachten. Das heisst also, dass man immer davon ausgehen
muss, dass der Patient nicht wieder kommt oder erst dann, wenn es zu
spät ist.
Für Studenten und frischgebackene Zahnmediziner ist dieser Ort optimal
geeignet um das Zähneziehen zu lernen oder auch einmal „aufzuklappen“.
Deswegen ist es im Falle von Komplikationen (z.B. MAV) immer gut einen
(erfahrenen) Zahnarzt an seiner Seite zu haben, der so etwas schon öfter
gemacht hat.
Das Gleiche gilt auch für die Spanisch-Kenntnisse. Obwohl der Wortschatz
am Zahnarztstuhl (und in der Bevölkerung) begrenzt ist und man mit
Grundkenntnissen (zB. A1 Kurs an der Universität) sich nach einer Woche
gut durchschlagen kann, ist es doch von Vorteil, jemanden an der Seite
zu haben der Spanisch spricht, um Amanda (spricht englisch/spanisch)
nicht überzustrapazieren.
Komplettsanierungen sind nur selten möglich, denn gerade wenn andere
Ärzte vor Ort sind, ist die Klinik oft so voll, dass nur die
Hauptprobleme beseitigt werden können und Patienten wiederkommen müssen.
Rein ästhetische Wünsche (Frontzähne) stehen dabei immer ganz hinten an
und werden erst dann berücksichtigt, wenn die Seitenzähne saniert sind
und der Patient demnach auch bereit ist wiederzukommen.
Da wir eigentlich in Sachen Pünktlichkeit zum Essen ein schlechtes
Beispiel waren, möchten wir an alle nach uns weitergeben, dass die
Essenszeiten hier heilig sind und auch aus diesem Grund man die
Patientenzahl begrenzen sollte (s.u.). Eigentlich sehr interressant,
wenn man bedenkt das laut Georg die kleinste Zeiteinheit hier Vormittag
(mañana) bzw. Nachmittag (tarde) ist; aber das Essen ist hier
tatsächlich punkt 12 am Tisch, was uns zu der Schlussfolgerung bewegte,
dass man den Leuten hier dann doch ein Zeitgefühl antrainieren kann,
wenn es ihren Wertvorstellungen entspricht. Eine ecuadorianische Zeit-
oder Entfernungsangabe kann man hier übrigens immer mal 2 nehmen - beim
Preis auf den Märkten ist es genau umgekehrt.
Auf die Richtlinien, Räume und Laborbeschreibung gibts im Internet auf
der Homepage einen Einblick. Neu dazugekommen ist ein Informationsblatt
von Eberhard, welches ab jetzt von jedem unterschrieben werden muss, um
die unten genannten Ordnungsprobleme zu vermeiden. Ausserdem werden die
Winkelstücke (am Abend vor der Sterilisierung ölen!) nur noch gegen ein
Kärtchen mit Unterschrift am Anfang der Famulatur von Amanda ausgeteilt,
um damit zu gewährleisten, dass sich keine defekten Turbinen in den
Schubladen tummeln.
Den ersten Eindruck, den wohl jeder hier am Anfang mal bekommt, ist ein
kleines Chaos, bei welchen man zum Schluss feststellt, das es immerhin
ein geordnetes Chaos ist und die Probleme meist nur in kleinen Dingen
liegen, die aber grosse Auswirkungen auf den Behandlungserfolg haben
können. So mussten wir feststellen das vor allem Sachen mit denen die
Helferinnen verständlicherweise nur wenig anfangen können (die
verschiedenen Wurzelkanalinstrumente, Ost-Trays, Bondingsysteme usw.)
ungeordnet oder falsch bzw. nicht steril gelagert waren. Lida und Maria
sind jetzt (wahrscheinlich schon zum 100. mal) erneut eingewiesen worden
und wissen, auf was es ankommt. Somit ist es wichtig ein System/einen
Standard (Richtlinien nach Eberhard, betrifft Materialstandard, Hygiene,
Arbeitsablauf und Ordnung in den Schubladen) beizubehalten, um die Kette
nicht zu unterbrechen. Hierzu gehört dann auch eine festgelegte Zahl von
Patienten um die Hygiene und Sterilisation nach der Behandlung zu
gewährleisten, denn jede Helferin hat auch Familie oder muss am Abend
noch ins College (und wenns dann knapp wird, gehts auf Kosten der
Instrumentenpflege/Hygiene). Auch wenn viele Studenten/Zahnärzte da sind
sollte die Ordnung und Hygiene von Lida/Maria geschaffen werden, weil
man so etwas schnell wieder verlernen kann oder Konzentrationen vergisst
(z.B. Entwickler und Fixierer).
Die Beschriftung der Schubladen ist noch von vor 2 Jahren gewesen,
längst veraltet und jetzt erneuert worden – in Deutsch und Spanisch –
und soll unbedingt so beibehalten werden, um für unsere Assistentinnen
und für uns ein leichtes und ärgernisfreies Leben zu gewährleisten. Es
wäre schön, wenn in Zukunft austauschbare beschriftete Plaketten an die
Schübe angebracht werden würden.
Auch Eberhard, mit welchem wir hier 3 Wochen verbringen durften, war
etwas überrascht, nachdem er ja jedes Jahr aufs neue versucht Ordnung zu
schaffen. Da Eberhard, der ja dieses Projekt mitaufgebaut hat, jedes
Jahr hier ist, und den Verlauf der Klinik und das Personal am besten
kennt, sollten auch seine Vorstellungen in der „Zahnabteilung“
beibehalten werden.
Dazu gehört auch das mittlerweile versucht wird, nur noch mit bestimmten
Materialien bzw Standards zu arbeiten (zB Excite) und nicht alle
möglichen Spenden anzuschleppen, um die Helferinnen nicht zu überfordern
oder nicht als Müllhalde der Dentalfirmen zu dienen.
Es wäre schön, wenn man sich es weiterhin hier leisten kann nur noch mit
bestimmten Sachen (auch wenn schon mal ein bisschen abgelaufen) zu
arbeiten um ein geordnetes Lager zu haben. Damit fällt es dann auch
leichter eine Dental-Stock-List zu machen um den Nachfolgern zu sagen
was sie mitbringen sollten bzw. was fehlt (kleine Kindergeschenke,
Handschuhe, Speichelzieher und Mundschutz kann man wohl immer
mitnehmen).
Ein weiteres kleines Problem sind die Placas, von welchen wir in
Absprache die Preise erhöht haben, da sie von uns mühseelig im Labor
hergestellt und dann, obwohl schon bezahlt, aus unerfindlichen Gründen
nicht abgeholt wurden. Hier vielleicht noch ein Tip: Zettel mit
Abholdatum und Klinikstempel mitgeben, da die Leute hier sehr
vergesslich sind.
Ein weiteres Problem ist die Early Childhood Caries. Bei den
Kinderbehandlungen steht man oft vor dem Problem entweder zu ziehen,
offenzulassen, oder eine Pulpotomie durchzuführen und das kann
altersabhängig ein echtes Problem werden wenn man die KFO-Probleme
mancher Jugendlicher sieht. Deshalb sollte eine einheitliche Richtlinie
der Kinderbehandlung inclusive Materialstandard etabliert werden!
Das hat sich jetzt vielleicht etwas ernster angehört als es in
Wirklichkeit ist: Lida und Maria sind super Helferinnen und müssen sich
schliesslich immer wieder an neue Ärzte und Vorlieben gewöhnen. Die
Behandlung hier hat uns allen sehr viel Spass gemacht und die Patienten
sind, wenn sie schon mal da sind, sehr geduldig.
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